1. Sauberkeit ist beim Einkochen grundlegende Voraussetzung.
2. Einkochgläser und Deckel müssen vor Gebrauch auf etwaige kleine Absplitterungen geprüft werden. Mit den Fingerspitzen fährt man langsam über die Ränder des Einkochglases und des Deckels. Sollte der Glas- oder Deckelrand schadhaft sein, ist das beschädigte Stück nicht zu verwenden, da der luftdichte Verschluss gefährdet ist.
3. Einmachgläser und Deckel, auch neue, werden mit Hilfe einer Gläserbürste in heißem Wasser unter Zusatz eines Spülmittels gewaschen und in klarem, heißem Wasser nachgespült.
4. Einkochringe kocht man wenige Minuten unter Zusatz eines Spülmittels aus und lässt sie bis zur Verwendung in frischem, abgekochtem Wasser liegen. Einkochringe, die schon öfter verwendet wurden, müssen sorgfältig geprüft werden. Etwaige Risse entdeckt man am besten, wenn man den Ring zwischen beide Daumen und Zeigefinger nimmt und Stück für Stück etwas auseinanderzieht. Nur mit einwandfreien Einkochringen ist ein sicherer Verschluss des Einkochglases gewährleistet.
5. Beim Einfüllen von heißem Einkochgut sind die Einkochgläser stets auf ein nasses Tuch zu stellen, um sie vor eventuellem Springen zu schützen. Obwohl sich das Einkochgut während des Einkochvorgangs setzt, darf es nur bis 2 cm unter den Glasrand eingefüllt werden. Breiartiges Einkochgut (wie z. B. Apfelmus) nur bis 4 cm unter den Glasrand einfüllen. Nachquellendes Einkochgut: Wurstmasse nur bis zu 2/3, Kuchenteig nur bis zu 1/2 der Glashöhe einfüllen. Alle Flüssigkeiten (auch Aufgussflüssigkeiten) nur bis 2 cm unter den Glasrand einfüllen.
6. Nach dem Einfüllen den Glasrand, auf den der Einkochring aufgelegt wird, sauber abwischen.
7. Den Einkochring aus dem Wasser herausnehmen, abtropfen lassen und nass auf den Glasrand auflegen. Danach Deckel auflegen und darauf achten, dass der Einkochring sich nicht verschiebt.
8. Verschließen der gefüllten Einkochgläser mit Bügel. Der Universal-Bügel wird von der Seite her über den Deckel gezogen und muss genau auf der Mitte aufliegen. Es ist darauf zu achten, dass dabei der Einkochring nicht verschoben oder verklemmt wird. Sitzt der Bügel nicht richtig, besteht die Gefahr, dass der Einkochring selbst von der sich bei der Erhitzung ausdehnenden Innenluft des Glases hinaus-gepresst wird und das Glas offen bleibt.
9. Einkochgläser dürfen niemals ohne Drahteinlage in den Einkochtopf gestellt werden. Es schadet aber nichts, wenn sich die Einkochgläser gegenseitig oder die Wand des Einkochautomaten berühren.
10. Nachdem die Gläser auf die Drahteinlage in den Einkochautomat eingestellt sind, wird soviel Wasser in den Topf gefüllt, dass die Einkochgläser bis zu 3/4 ihrer Höhe davon umgeben sind. Wenn zwei Gläserschichten übereinander oder niedrige Gläser neben hohen eingekocht werden, richtet sich die Höhe des Wasserbades stets nach dem oberen bzw. dem höchsten Glas. Die unteren bzw. niedrigeren Gläser können unbedenklich ganz unter Wasser sein, da sie unter Bügeldruck stehen und deshalb kein Wasser von außen in sie eindringen kann.
11. Die Temperatur des Wasserbades muss bei Beginn des Einkochens stets der Temperatur des Gläserinhalts entsprechen. Gläser mit kaltem Inhalt werden daher nur mit kaltem Wasser, Gläser mit heißem Inhalt (wenn das Einkochgut vorgekocht wurde) mit entsprechend heißem Wasser aufgesetzt. Keinesfalls darf also bei Gläsern mit kaltem Inhalt heißes Wasser in den Einkochtopf gefüllt werden; dadurch bekommt das Wasser zu früh die erforderliche Einkochtemperatur, während der Gläserinhalt noch nicht genügend erhitzt ist. Das Thermometer zeigt dann nur die Wassertemperatur an, nicht aber die Temperatur des Einkochgutes in den Gläsern. Das hat zur Folge, dass die vorgeschriebenen Einkochzeiten, die sich natürlich auf den Inhalt der Gläser beziehen, nicht mehr genau eingehalten werden können und Misserfolge unausbleiblich sind, weil die Bakterien und Gärungskeime im Inneren des Glases nicht mit Sicherheit abgetötet worden sind. Also grundsätzlich beim Einstellen der Gläser in den Topf gleiche Temperatur von Wasser und Gläserinhalt und im übrigen: immer langsam erhitzen.
12. Das Einkochthermometer überprüft man vor dem Einkochen durch Eintauchen in kochendes (sprudelndes) Wasser, wobei das Thermometer etwa 100 °C anzeigen muss. Schadhafte Einkochthermometer sind für ein sicheres Einkochen ungeeignet. Das Thermometer wird in seiner Schutz-Hülse durch die Öffnung im Deckel des Einkochtopfes eingeschoben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Hülse mit dem Thermometer genügend tief ins Wasser reicht, denn nur dann kann es die Wassertemperatur genau anzeigen.
13. Die Einkochzeit beginnt, sobald das Thermometer den im jeweiligen Rezept vorgeschriebenen Hitzegrad erreicht hat. Wenn beispielsweise eine Einkochzeit von 25 Minuten bei 90 °C vorgeschrieben ist, beginnt die Einkochzeit dann, wenn das Thermometer 90 °C anzeigt.
14. Nach Beendigung des Einkochens, wenn also die vorgeschriebene Einkochzeit abgelaufen ist, werden die Gläser sofort aus dem Einkochautomat herausgenommen. Keinesfalls sollen sie im Wasserbad erkalten, weil dadurch die Einkochzeit unnötig verlängert und das Einkochgut durch Nachkochen zu weich und unansehnlich wird. Aus dem gleichen Grund sollen die herausgenommenen Gläser nicht mit einem Tuch bedeckt werden. Man vermeide aber, sie der Zugluft auszusetzen oder auf eine kalte Unterlage zu stellen.
15. Die herausgenommenen Einmachgläser müssen bis zum völligen Erkalten unter Bügelverschluß bleiben. Nach dem Erkalten der Einkochgläser die Bügel abnehmen, denn nun sind sie für den Verschluss der Gläser nicht mehr nötig. Nur wenn der Bügel abgenommen ist, können Sie durch leichtes Anfassen des Deckels feststellen, ob das Glas wirklich geschlossen ist. Ein aufgesetzter Bügel würde übrigens auch das selbsttätige Aufgehen eines Einkochglases verhindern, wenn sein Inhalt schlecht ist, in Gärung übergeht und Fäulnisgase bildet. In diesem Fall ist das Aufgehen des Glases nämlich als Warnsignal für die Hausfrau dringend erwünscht. Regelmäßige Kontrolle der Einkochgläser auf sicheren Verschluss durch leichtes Anfassen des Deckels ist anfangs nach dem Einkochen täglich, später nur noch in größeren Zeitabständen nötig.
16. Einkochgläser werden geöffnet, indem man mit Daumen und Zeigefinger die vorstehende Anfasszunge des Einkochringes seitlich herauszieht, bis die Außenluft mit dem bekannten Zischen in das Glas eindringt. Der Unterdruck im Glas wird dadurch aufgehoben, der Deckel lässt sich jetzt leicht abnehmen. Keinesfalls scharfe Gegenstände wie Messer, Schere und dergleichen zum Öffnen verwenden, da sonst Einkochring und Rand von Glas oder Deckel beschädigt werden. Sollte der Einkochring verklebt oder seine Anfasszunge abgerissen sein, lassen sich solche Gläser leicht öffnen, indem man einen Bügel aufspannt (wichtig!) und sie umgekehrt einige Minuten in heißes Wasser stellt.
17. Der Vorratsraum für die gefüllten Einkochgläser sollte nach Möglichkeit kühl (jedoch frostfrei) in jedem Fall aber ohne direkte Sonneneinstrahlung sein.